Willkommen beim TSV Watenbüttel
 


Historie


Man schrieb das Jahr 1920, als in den ersten Maitagen, fünf junge Watenbütteler Männer (Otto Arnold, Otto Helms, Richard Jahns, Hugo Jansen und Otto Osterloh) in der Gaststätte G. Behrens am runden Tisch zusammen saßen, um einen schon lange gehegten Gedanken nun endlich in die Tat umzusetzen, ihren Heimatort in die immer stärker werdende sportliche Bewegung in Deutschland einzureihen und auch ihre Mitbürger dem Sport näher zu bringen. Es spricht für die besonders große Tatkraft und Initiative dieser fünf, dass es ihnen gelang, bereits auf den 8. Mai im Gasthaus zum Spinnrad eine Versammlung für alle Sportinteressierten einzuberufen. Zu dieser Gründungsversammlung erschienen der 1. Vors. des Turnbezirks Wendeburg, der Lehrer Randolf, der Bezirksturnwart Julius Wasmus aus Ölper, der 1. Vors. Vom Turnverein Lehndorf sowie 23 Gemeindemitglieder. Der Verein wurde auf den Namen MTV Watenbüttel gegründet, er schloss sich dem Deutschen Turnerbund an und gehörte damit zum Turnbezirk Wendeburg. Unter dem Vorsitz von Hugo Jansen nahm der Verein seine Tätigkeit auf. Es wurden 2 Männerriegen sowie eine Damenriege aufgestellt und auch das Kinderturnen erfreute sich zahlreicher Beteiligung. Schon im Jahr 1921 stieg die Mitgliederzahl unter dem Vorsitzenden Willi Bratherig auf 111 Mitglieder.

Die turnerischen Leistungen der damaligen 1. Herrenriege - Otto Arnold, Otto Osterloh, Otto Helms, Richard Jahns, Fritz Gartung, Hermann Ziehe, Wilhelm Neddermeyer und Otto Vorhold - waren weithin bekannt, so dass sie öfter zu Schauturnen eingeladen wurden, wo sie dem Namen Watenbüttel zu viel Glanz verhalfen. Auf den Bezirksturnfesten waren sie immer unter den Besten und in den Siegerlisten zu finden. Auch die Fußballbegeisterten fingen schon in diesem Jahre an zu spielen. Es wurden allerdings nur "Gesellschaftsspiele" ausgetragen. Da kein Sportplatz vorhanden war, musste auf Wiesen und Stoppelfeldern gespielt werden. In der Leichtathletik konnte der junge Verein bemerkenswerte Erfolge verzeichnen und mehrere Preise nach Watenbüttel holen. In den Jahren der Inflation flaute der Turnbetrieb etwas ab. Der Verein wurde bis zum Jahre 1925 von Richard Mielmann geleitet, aber bereits 1926, unter Theodor Vorhold und dem Turnwart Fritz Gartung ging es wieder aufwärts. Am 31. Januar 1930 feierte der MTV sein 10-jähriges Bestehen. Viele Vereine des Turnbezirks gaben der Feier durch ihr Erscheinen einen würdigen Rahmen auf, der die Vereinsfahne geweiht wurde.

Im Jahre 1933 musste auch beim MTV der sogenannte "Wehrsport" eingeführt werden. Unter der Leitung von Turnwart Fritz Gartung, einem der besten Turner des Bezirks, nahm das Turnen im Verein besonders großen Aufschwung und der turnerische Geist wurde besonders gepflegt.
Die Fußballer traten zu diesem Zeitpunkt wenig in Erscheinung. Es konnten zwar einige Pokale errungen werden, aber an einem geregelten Spielverkehr war wegen des Fehlens einer Sportplatzanlage nicht zu denken. Dem Kriegsausbruch 1939 musste auch der MTV seinen Tribut zahlen: Der gesamte Turnbetrieb sowie jegliche sportliche Betätigung wurden eingestellt. 1945 - eine neue Epoche beginnt. Die Schrecken der Braunschweiger Bombennächte waren vorüber, manch eifriger Turnbruder ruhte fern der Heimat in fremder Erde und die Entbehrungen der Kriegszeit standen wohljedem im Gesicht geschrieben, als sich einige unentwegte Sportsfreunde wieder zusammenfanden. Nach den allierten Beschlüssen durfte der Verein seinen alten Namen nicht mehr führen. Die neu ins Leben gerufene Sportbewegung nahm den Namen Turn- und Sportverein Watenbüttel an. Als Vorsitzender führte Theodor Vorhold den Verein. Die gute Arbeit der Sportfreunde Klinzmann, Böhm und Hupfer im Turnen und der Leichtathletik trug sofort reichlich Früchte, die Übungsstunden hatten regen Zuspruch und vermittelten für viele Freude und Entspannung.
Der Fußballsport, der nun überall stärer in den Vordergrund trat, wurde auch in Watenbüttel fester Bestandteil des Vereinslebens. Seine Anhänger trafen sich damals zum Trainieren auf dem Grasplatz - sehr zum Leidwesen der Anlieger. Die Sportplatzfrage rückte damit wieder in den Vordergrund. Durch die Zusammenarbeit des Vorstands des TSV mit dem damaligen Gemeindedirektor Alfred Fromme gelang es, die "Kippe" von Bernhard Meyer zu pachten. Tagelang wurde mit einer Raupe planiert. Leider stellte sich jedoch nach Fertigstellung heraus, dass die anlage zum Fußballspielen zu klein war, zum Schulsport jedoch war sie bestens geeignet und somit wurde ja etwas für den Nachwuchs getan. Das Fehlen eines geeigneten Sportplatzes zwang jedoch die fußballbegeisterten Watenbütteler, sich dem TSV Völkenrode anzuschließen.
Ein neuer Abschnitt Vereinsgeschichte begann damit, dass sich am 28.02.1947 die Vereinsvertreter von Watenbüttel und Völkenrode trafen und beschlossen, eine Sportgemeinschaft TSV Völkenrode – TSV Watenbüttel zu bilden. Beider Vereine behielten ihre Vereinsführung und ihren Vereinssitz. Dem TSV Völkenrode oblag die Ausführung des Rasensports wie Fußball und Handball, und dem TSV Watenbüttel das Geräteturnen und die Leichtathlethik. Jedes Mitglied war nun berechtigt in Völkenrode sowie auch in Watenbüttel Sport zu treiben. Durch die Bildung dieser Gemeinschaft nahm das sportliche Geschehen in Watenbüttel einen enormen Aufschwung. Als Vorturner konnte der Sportfreund F. Schönerstedt, welcher 1936 in der Turnriege der deutschen Olympiamannschaft stand, verpflichtet werden. Seinem Können und seiner Arbeit verdankte die neue Sportallianz sehr große Fortschritte, die …Gemeindebewohner wurden u. a. durch manches Schauturnen erfreut. Auch der Fußallsport wurden von den Watenbüttlern in Völkenrode rege betrieben. Um dem geregelten Spielbetrieb gerecht zu werden, musste die Sportgemeinschaft Völkenrode-Watenbüttel in eine Spielvereinigung umbenannt werden.
Trotzdem war der Gedanke, einen eigenen Sportplatz zu besitzen, in Watenbüttel nicht aufgegeben worden. Im Herbst 1955 gelang es dem Gemeindedirektor Willi Bratherig, auf ein persönliches Schreiben an die Regierung in Bonn einen positiven Bescheid zu erhalten. Es konnten Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Landwirtschaftlichen Forschungsanstalt aufgenommen werden, die dazu führten, dass der Gemeinde ein etwa 5 Morgen (12.500 qm) großes Stück Land zu Zwecke des Sportplatzbaues zur Verfügung gestellt wurde. Auf Grund dieser Zusagen und den daher positiven Aussichten berief der Vorstand des TSV Watenbüttel zum 25.02.1956 eine Mitgliederversammlung ein, auf der beschlossen wurden, den Sport in Watenbüttel wieder in vollem Umfang aufzunehmen und tatkräftig den Ausbau des Sportplatzes zu forcieren. Unter dem 1. Vorsitzenden Willy Wedemeyer und seinem Stellvertreter Richard Jahns stand nun dem Verein ein arbeitsreiches Jahr bevor. Dank der aktiven Mitarbeit aller Vereinsangehörigen und durch die Unterstützung der Gemeindevertreter und der FAL (Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, heute Johann Heinrich von Thünen-Institut), konnte der Platzbau rasch vorangetrieben werden. Die Aussicht, bald auf eigenem Gelände spielen zu dürfen, beflügelte die 1. Herrenmannschaft zum Gewinn der Fußball-Staffelmeisterschaft, welches den Aufstieg in die 1. Kreisklasse bedeutete. Bemerkenswert war hierbei, dass alle Spiele auf fremden Plätzen ausgetragen wurden. Im Jahre 1956 schloss sich der bis dahin selbstständige Tischtennisverein dem TSV an. Die Turnstunden und das Kinderturnen verzeichneten großen Andrang und es wunderte niemanden, dass die Mitgliederzahl in so kurzer Zeit auf 250 anstieg und der TSV somit zu den stärksten Vereinen im Landkreis zu zählen war. Unter starker Anteilnahme auswärtiger Vereine und einem bunten Festprogramm erfolgte zu Pfingsten 1957 die sportplatzeinweihung.Das geplante Umkleidehaus konnte zu den Einweihungsfeierlichkeiten trotz größter Anstrengungen nicht mehr fertiggestellt werden, es wurde jedoch im Herbst des gleichen Jahres durch den 1. Vorsitzenden Hermann Mensing seiner Bestimmung übergeben.
Besondere Verdienste um die Fertigstellung des Sportplatzes und des Umkleidehauses erwarb sich der Sportfreund Werner Neddermeyer, der dafür mit der goldenen Ehrennadel des Vereins geehrt wurde. Er war das erste Mitglied des TSV, dem diese Auszeichnung verliehen wurde. Das Vorhandensein der neuen Sportanlage bestimmte das sportliche Geschehen in Watenbüttel nun mehr und mehr. Die Fußballabteilung vergrößerte sich zusehends. Schon im Jahr 1958 zählte der Verein unter dem Vorsitz von Hermann Mensing über 300 Mitglieder. Viel Wert wurde nun auf die Breitenarbeit und auf die Gründung neuer Sparten gelegt. Im Jahr 1967 konstituierte sich eine Damen-Gymnastik-Abteilung und im Jahr 1968 eine Damen-Handball-Abteilung. Nachlangjähriger pflichtbewusster Vereinsführung legte im Jahr 1969 der 1. Vorsitzende Hermann Mensing sein Amt nieder und der Sportfreund Alois Knappik trat an seiner Stelle.
Im Mai 1970 beging der TSV Watenbüttel sein 50jähriges Vereins-Jubiläum mit einem Fußball-Pokalturnier und Tischtennis-Klubkämpfen. Am 9. Mai, fast am Gründungstag, fanden ein Festkommers und am Pfingstsonntag der Festumzug und der Große Festball statt. Ebenfalls war das Pfingstwochenende mit sportlichen Aktivitäten gefüllt. Ab 1972 übernahm Hermann Mensing wieder den Vorsitz des Vereins. Als im Jahr 1978 Gerhard Faltyn das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm, waren die größten Probleme gelöst. Nach 1970 hat sich im TSV viel getan. Der Vorstand sorgte dafür, dass das schmucke Vereinsheim gebaut werden konnte, großen Anteil hatte dabei Hermann Mensing. Wenn man überhaupt von ruhigen Zeiten in einem Sportverein sprechen kann, so waren es die Jahre 1978 bis 1986. Dann aber ging es richtig los. Die Ereignisse überschlugen sich: durch einen Brand, unmittelbar nach Instandsetzungsarbeiten, wurde die Gymnastikhalle an der Otto-Bögeholz-Str. ein Opfer der Flammen. Die Halle war von der Gemeinde Watenbüttel, wenige Jahre vor der Eingemeindung von einem Handwerker gekauft und zur Sporthalle umgebaut worden. Der Schule und dem Sportverein stand sie zur Verfügung. Es war zwar nicht das "Gelbe vom Ei, doch die Tischtennisspieler und auch die Damen der Gymnastikabteilung fühlten sich dort ebenso wohl, wie die Kinder, die in immer größerer Anzahl zum Kinderturnen des TSV kamen. Der Vorstand des Sportvereins war froh, dass diese Halle zur Verfügung stand, denn die Aussichten, einmal eine richtige Sporthalle zu bekommen, war nicht sehr rosig. Im sogenannten Sportstättenleitplan, in dem der Bau von Schulsporthallen festgeschrieben war, stand Watenbüttel an letzter Stelle.
Aus bis heute ungeklärter Ursache wurde die Gymnastikhalle an der Otto-Bögeholz-Str. durch Feuer vernichtet. Ein im wahrsten Sinne des Wortes "schwarzer Tag" für den TSV Watenbüttel, der am 15. August 1986. Als der Vorsitzende Gerhard Faltyn an die Brandstelle kam, war die Halle bis auf die Grundmauern niedergebrannt und Sportgeräte des TSV, im Wert von nahezu 40.000,00 Mark vernichtet. Dabei hatten sich die Sportlerinnen und Sportler schon gefreut, dass sie nach den Schulferien eine Halle benutzen konnten, die für mehr als 150.000,00 Mark von der Stadt Braunschweig renoviert worden war. Aber bei den letzten Arbeiten, dem Verlegen des Fußbodens brach der Brand aus. Nur mit Mühe konnten die Handwerker noch die brennende Halle verlassen. Wie sollte der Sportbetrieb jetzt weitergeführt werden? Diese Frage bewegte die Verantwortlichen. Aber sie wurde schon am nächsten Tag beantwortet. Die Kameraden des Sportvereins Völkenrode boten Hilfe an. Die Watenbütteler konnten die Halle in Völkenrode mit benutzen, dafür war der TSV sehr dankbar.
Nach vier Jahren konnten die Watenbütteler Sportler wieder neuen Mut schöpfen. Durch den beispiellosen Einsatz des Rates der Stadt Braunschweig und des Ortsbürgermeisters Herbert Streiff, gelang es, den Bau einer neuen Sporthalle in Watenbüttel durchzusetzen. Kräftig dabei geholfen haben die Bundestagsabgeordneten Clemens und Kühbacher, die in Bonn die Weichen stellten für die Finanzierung und die Bereitstellung des Bauplatzes auf dem Gelände der Forschungsanstalt für Landwirtschaft.
Die Grundsteinlegung fand am 4. Mai 1990 statt und wurde vom damaligen Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Herrn Gerhard Glogowski, vorgenommen. Ein Jahr nach der Grundsteinlegung wurde die Sporthalle eingeweiht. Vom 26. bis 28. April 1991 feierten die Sportlerinnen und Sportler, gemeinsam mit den Mitbürgern das große Ereignis. Zum ersten Mal seit vielen Jahren stand auf dem Sportplatz ein schmuckes Festzelt. Eine tolle Kapelle spielte zum Tanz auf und viele Gäste, unter ihnen der Innenminister Gerhard Glogowski, überbrachten die Glückwünsche zur Halleneinweihung und zum 70. Geburtstag des TSV, der die 1990 fällige Feier an diesen 3 Tagen nachholte. Der Ehrenvorsitzende Reinhold Hupfer hatte zum feierlichen Anlass eine neue Fahne gestiftet. Durch die Sporthalle konnten neue Abteilungen gegründet werden und ca. 300 neue Mitglieder traten in den nächsten Jahren dem Verein bei. Das 75. Geburtstagsfest wurde in den Sportwochen vom 12 Mai bis 16. Juni 1995 gefeiert und der Festball fand im Rahmen des vierten Watenbütteler Volksfestes, am Sonnabend, d. 17. Juni 1995, im Festzelt auf dem Sportplatz statt. In den nächsten Jahren ist nichts Aufregendes passiert, die Abteilungen trieben ihren Sport. Im Jahr 2000 konnte der Verein sein 80jähriges Bestehen feiern. Es gab keine große Jubiläumsfeier, weil "80 Jahre" kein klassisches Jubiläum ist. Bei der Hauptversammlung am 23.01.2000 ging die "Ära Faltyn" zu Ende. Gerhard Faltyn hatte vorher zum Ausdruck gebracht, dass er nicht mehr als Vorsitzender des TSV Watenbüttel kandidieren will. Wegen seiner hohen Verdienste um den TSV wurde Gerhard Faltyn zum "Ehrenvorsitzenden" gewählt. Sein Nachfolger wurde der 2. Vorsitzende Burkhard Hunsrügge. Burkhard Hunsrügge hatte das Amt des Vorsitzenden von 2000 bis 2007 inne. Von 2007 bis Ende 2007 bekleidete das Amt Helmut Ehrich, der im November 2007 zurück trat. Bis zur Hauptversammlung 2008 vertrat der 1. stellvertretende Vorsitzende Waldemar Meier den frei gewordenen Posten. Er wurde dann bei der Versammlung als 1. Vorsitzenden gewählt.

An der Erstellung der Chronik haben u. a. mitgewirkt: Franz Dieter Meier.
Ein großer Dank gilt allen Mitwirkenden und Unterstützern, die zur Erstellung der Chronik beigetragen haben.